Modellversuch zur Reduktion der Pendelbewegungen durch Arbeitsplatztausch

„Die vielen Menschen, die jeden Tag lange Wege zur Arbeit pendeln, müssen Unterstützung dabei bekommen, wohnortnäher zu arbeiten. Dazu muss parallel zur Jobbörse der Agentur für Arbeit eine Matching-Plattform zum Jobtausch eingerichtet werden, auf der tauschwillige Pendlerinnen und Pendler ihren Arbeitsplatz möglichst umfassend beschreiben, worin ihre Tätigkeit besteht, welche Qualifikationen und Erfahrungen nötig sind, was gezahlt wird und an welchem Ort der Job ist usw., sowie ihren Heimatort und den gewünschten maximalen Pendelradius als Fahrzeit.

Die Plattform schlägt aufgrund der eingegebenen Daten mögliche Tauschpartnerinnen und -partner vor, deren Jobs nahe am Wohnort des jeweils anderen liegen. Die Menschen dann miteinander in Kontakt treten und sich über Details der jeweiligen Arbeit informieren. Sind sie sich einig, dass ein Tausch realistisch ist, greift der wesentlich wichtigere Punkt dieses Projekts: Das Arbeitsplatztauschgesetz. Es soll dafür sorgen, dass für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Tauschversuchen so wenig Risiko wie möglich entsteht.

Regelungen darin: Wenn beide den Tausch wünschen, können sie ihre Arbeitsplätze mit angemessener (zu definieren) Vorlaufzeit für einen z. B. dreimonatigen Testzeitraum tauschen, ohne dass es der Zustimmung der Arbeitgeber bedarf. Die Bedingungen der Arbeitsverträge gelten unverändert weiter für den jeweiligen Arbeitsplatz, der Staat übernimmt für den entstehenden Einarbeitungsaufwand einen Anteil (z. B. die Hälfte) des Gehalts während der Testphase. Am Ende der Testphase geben beide Seiten an, ob sie mit einem dauerhaften Tausch einverstanden sind. Falls alle Parteien zustimmen, werden die Arbeitsverträge ohne sonstige Veränderungen oder neue Probezeit auf die getauschten Personen umgeschrieben, der Tausch also besiegelt. Stimmt eine der beteiligten Parteien nicht zu, wird der Ursprungszustand unverändert wieder hergestellt, beide kehren zu unveränderten Bedingungen wieder an ihre ursprünglichen Arbeitsplätze zurück.

Das würde insbesondere im Ruhrgebiet als Modellregion viel bewirken, weil hier viele Menschen mit ähnlichen Tätigkeiten von Stadt zu Stadt aneinander vorbeipendeln. Es könnte die Pendeldistanzen vieler Arbeitnehmer zu reduzieren, die Verkehrsinfrastruktur entlasten und mehr Arbeitnehmern ermöglichen, zu Fuß oder per Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Selbst, wenn nur 10 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitmachen würden, wäre eine erhebliche Entlastung sowohl der Infrastruktur als auch der Umwelt und eine verbesserte Lebensqualität für alle die Folge."

Der vorliegende Vorschlag wurde an folgendes Themenforum weitergegeben:

13. Neue Mobilität

Weiterführende Informationen zu allen Themenforen finden Sie unter www.land.nrw/de/themenforen-der-ruhrkonferenz.

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