DIGITALE SCHIENE RUHR – Mehr Kapazitäten auf die Schiene bringen

Mehr Platz auf der Schiene: Die Digitalisierung des Schienennetzes im Ruhrgebiet ermöglicht zusätzliche Zugfahrten ohne Streckenneubau.

Bild von Zug in Landschaft© Kompetenzcenter Marketing NRW (KCM)

Der Schienenverkehr ist ein zentraler und bedeutender Bestandteil des Gütertransports und des öffentlichen Personenverkehrs im Ruhrgebiet. Die Situation auf der Schiene ist aber wie auf der Straße: Die Schiene ist voll. Verspätungen und überfüllte Züge sind die Folge. Die Digitalisierung der Schienenwege eröffnet uns neue Chancen, diese Situation zu verbessern: Sie sorgt für eine höhere Leistungsfähigkeit, ohne dass zusätzliche Gleise gebaut werden müssen.

Die Digitaltechnik ermöglicht, dass Züge in kürzeren Abständen hintereinanderfahren können. Das sorgt für mehr Kapazität auf den Schienen und ermöglicht den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge. Eine dichtere Taktung ist vor allem im Ruhrgebiet von großer Bedeutung. Schließlich sind hier, im größten Ballungsraum Europas, besonders viele Menschen und Güter unterwegs.

Die Chancen der Digitalisierung für eine bessere Mobilität müssen wir nutzen und die Digitalisierung des Schienennetzes im Ruhrgebiet vorantreiben. Umsetzen lässt sich das nur durch die flächendeckende Einführung neuer Leit- und Sicherungstechnik sowie digitaler Stellwerke.

Die Digitalisierung der Schiene betrifft ganz Deutschland. Weil das Ruhrgebiet als größter europäischer Ballungsraum besonders mit dem wachsenden Mobilitätsbedarf zu kämpfen hat, muss der Ausbau hier priorisiert werden. Die Digitalisierung erfordert nicht nur die technische Ausrüstung des gesamten Schienennetzes, sondern auch der Fahrzeuge. Verbunden ist das mit erheblichen Kosten. Im ersten Schritt geht es deshalb auch darum, die notwendigen finanziellen Voraussetzungen zu schaffen.

Kommentare (4)

Christian

ID: 119 11.06.2019 11:20

Ein wichtiges Projekt, das zügig umgesetzt werden müsste! Es sollten mehr Züge auf die Schiene gebracht werden und dichtere Takte gefahren werden. Ein Ansatz ist das RRX-Endkonzept mit teilweise 2 sich überlagernden Linien, woraus sich ein exakter 30-Minuten-Takt ergibt (z.B. Linien RRX1 und RRX2 von Aachen nach Dortmund bzw. RRX4 und RRX6 von Koblenz nach Bielefeld). Leider lässt die Umsetzung des gesamten RRX-Zielnetzes und des 15-Minuten-Taktes zwischen Köln und Dortmund aufgrund zahlreicher Infrastrukturrestriktionen noch bis mindestens 2035 auf sich warten...

Außerdem wichtig: Schnelle Abkehr von unattraktiver und nicht merkbarer 2-stündlichen Bedienung eines Bahnhofes! Alle Bahnhöfe müssten von jeder Linie mindestens im Stundentakt bedient werden (s. z.B. RE1: Bahnhöfe Dortmund-Scharnhorst und Nordbögge). Wenn ein Zug so viel Verspätung hat, dass er in Richtung Hamm die Unterwegshalte zwischen Dortmund und Hamm nahezu komplett aufgibt und nur in Kamen hält, hat der Bahnhof Dortmund-Scharnhorst oder der Bahnhof Nordbögge plötzlich ungeplant einen 4-Stunden-Takt! Dies ist bereits mehrfach vorgekommen und Pendlern nicht zumutbar. Von daher lobenswert, dass der RE1 mit Einführung der RRX-Züge ab Juni 2020 an allen Unterwegshalten zwischen Dortmund und Hamm neu immer stündlich halten soll (also auch in Dortmund-Scharnhorst und Nordbögge). Bitte wirklich realisieren, da dies eine wichtige und schnell umsetzbare Verbesserung darstellt!

Es sollte auch aufgrund der stetig wachsenden Pendlerzahlen (erneut) über einen 10-Minuten-Takt im RRX-Zielnetz im Abschnitt Köln - Dortmund nachgedacht werden - und über ein neues (sinnvolles...) S-Bahn-Konzept im 10-/20-Minuten-Takt. Das im Dezember 2019 in Kraft tretende Konzept im 30-Minuten-Grundtakt (!) mag zwar abschnittsweise nachfragegerecht sein, jedoch sollten gleichbleibende (!) und dichte Takte in einem Ballungsraum priorisiert werden und stetige Taktwechsel vermieden werden (s. S2/S4: Taktausdünnung gegen 8:30 Uhr, dichterer Takt ab ca. 13:30 Uhr, erneut Taktausdünnung ab ca. 19:00 Uhr, alle Fahrten nur mit Kurzzügen --> ein großstädtisches, verlässliches und gut merkbares Angebot sieht anders aus).

Dennoch: Ohne zusätzliche Gleise geht es manchmal doch nicht: Bitte um stetige Forcierung des 2-gleisigen Ausbaus der Strecke Dortmund - Münster zur schnellen Beseitigung des Engpasses!!

Herzlichen Dank!

Jörg

ID: 115 10.06.2019 00:37

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich reise ab und zu mit dem RE 7 zwischen Köln und Krefeld.
Früher nutzte ich die Verbindung 5 Tage in der Woche um zur Arbeit und zurück zu gelangen. Das klappte auch gut. Der Zug war immer da, fuhr pünktlich ab und kam pünktlich an.
In den letzten Jahren wird dies Strecke von einem neuen Zugtyp (einem Diesel auf einer elektrifizierten Strecke), betrieben durch National Express, befahren.
Ein Wechsel von einem 60-Minuten-Takt zu einem 30-Minuten-Takt wurde bei beginn der Übernahme durch National Express in Aussicht gestellt.
Tatsächlich ist die Verbindung aber schlechter geworden. Die Züge des weiterhin bestehenden 60-Minuten-Taktes sind regelmäßig unpünktlich oder fallen komplett aus. Und das bereits sei Jahren. Deswegen verzichte ich zunehmend darauf dies Strecke zu befahren.
Auch verstehe ich nicht dass es zulässig ist auf dieser elektrifizierten Strecke Dieselzüge fahren zu lassen. Die Abgase und CO2 reduzierende Infrastruktur muss doch ausgelastet werden.
Warum werden die überall auf Abstellgleisen herumstehenden E-Loks nicht eingesetzt mit renovierten Personenwagen, wie z.B. mit den bequemen, schönen und für relativ wenig Geld hergerichteten alten Interregio-Wagen?
Und wie wollen Sie verhindern, dass die bei der RE 7 bestehenden Probleme bei den weiteren Steckenübernahmen durch National-Express in gleicher oder ähnlicher Form auftreten?
Mit freundlichem Gruß
Jörg Amend

Angelika

ID: 91 18.05.2019 19:26

Wenn das möglich ist, ist es unbedingt förderwürdig.

Karl Josef

ID: 82 17.05.2019 18:49

Zwingende Voraussetzung für eine engere/aktraktive Taktung im Personenverkehr und mehr Güterverkehr auf die Schiene (nachts) zu bringen