MODERNE STADTBAHN RUHR – Modernisieren und verknüpfen

Besser unterwegs auf der Schiene: Unsere Städte brauchen leistungsfähige Stadtbahn- und Straßenbahnnetze, um auch künftig die Bedürfnisse der Pendler zufriedenstellen zu können. Für einen attraktiven ÖPNV benötigen wir ein System-Upgrade.

Bild von Straßenbahn und Fahrrädern© Jochen Tack

Der Erneuerungsbedarf bei den Straßenbahn- und U-Bahnnetzen in Nordrhein-Westfalen beläuft sich auf 2,6 Milliarden bis 2031. Die Technik ist oftmals so veraltet, dass viele Anlagen nicht mehr repariert werden können, sondern erneuert werden müssen. Besonders betroffen sind die Bahnnetze in den Ruhrgebietsstädten Duisburg, Oberhausen, Mülheim, Essen, Dortmund sowie Bochum, Gelsenkirchen, Herne und Witten. Im Zuge der Erneuerungen werden die Anlangen auf den neusten Stand der Technik gebracht.

Der Nahverkehr ist vor allem für die vielen Pendler im Ruhrgebiet wichtig. Straßenbahnen und U-Bahnen bringen die Menschen zur Arbeit, Schule, Kita oder Hochschule, aber genauso zum Sport, ins Theater oder ins Stadion. Der ÖPNV ermöglicht vielen Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Nicht zuletzt erhöht ein leistungsfähiges Stadt- und Straßenbahnnetz auch die Attraktivität der Region als Einkaufs- und Gewerbestandort und sichert damit Arbeitsplätze im Revier.

Anlagen, die am Ende ihrer Lebensdauer stehen, werden durch moderne Systeme ausgetauscht. Der Investitionsbedarf umfasst dabei Haltestellen, Brücken und sämtliche Strecken – also Gleise, Weichen und Oberleitungen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bahnsystemen der Städte machen auf manchen Verbindungen bislang Umstiege notwendig. Dieser Umstand soll beseitigt werden.

Damit die Kommunen die Erneuerung ihrer Stadt- und Straßenbahnnetze auch finanzieren können, stellt ihnen das Land 1 Milliarde Euro bis 2031 zur Verfügung. Mit den Verkehrsunternehmen muss jetzt über die Details gesprochen und dann eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen werden.

Kommentare (14)

Martina

ID: 121 12.06.2019 17:53

Wir brauchen einheitliche Standards und Bedienqualitäten in der ganzen Metropole Ruhr. Das Angebot darf sich nicht an Stadtgrenzen orientieren, sondern an Zielen und Bedarfen. Es ist grundlegend falsch, dass eine Stadt mitten drin das Angebot noch reduzieren will und ihre BürgerInnen demnächst weiter zur Haltestelle unterwegs sein müssen. Die Menschen interessiert nicht, ob sie in Mülheim oder Bottrop unterwegs sind. Sie wollen "flott und freundlich" durchs Revier.
Es ist richtig und wichtig die Infrastruktur zu erneuern und dafür die notwendigen Finanzierung sicherzustellen. Auch in Mülheim!

Christian

ID: 116 10.06.2019 22:50

Die kontinuierliche und flächendeckende Modernisierung der Stadtbahnanlagen im VRR ist sehr sinnvoll und längst überfällig!
Dass das Land nun (endlich) Fördersummen bereitstellt, ist lobenswert.
Was aber nicht vergessen werden darf: Die Attraktivität einer Stadtbahn hängt nicht nur vom Fahrzeugmaterial und der weiteren Infrastruktur ab, sondern vor allem vom Angebot! Ein dichter Takt ist im Ruhrgebiet unerlässlich! Mindeststandard muss ein gut merkbarer 10-Minuten-Takt sein oder sogar ein 5-Minuten-Takt, abends und sonntags mindestens ein 15-Minuten-Takt, kein Halbstundentakt! Nur mit einem attraktiven und nahezu gleichbleibendem, verlässlichen Angebot ohne große temporäre Ausdünnungen können Autofahrer zum Umsteigen bewegt werden. Auch für derartige Angebotserweiterungen müssten Land bzw. Bund Gelder zumindest als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen (Anschaffung von zusätzlichen Fahrzeugen und Betriebskosten).

Martin

ID: 106 25.05.2019 13:35

Aus gegebenem Anlass möchte ich meinen Kommentar noch ergänzen: Interstädtische Linien (mit Verknüpfung zu SPNV / SPFV) haben teilweise einen erheblichen verkehrlichen Wert. Allerdings kann dieser ungleich aufgeteilt sein, d.h. die Kommune, auf deren Gebiet ein Großteil der Leistungen erbracht und bezahlt wird, hat einen geringen Vorteil von der Linie als die Kommune, die verknüpft wird. Als Beispiel kann man hier die Verlängerung der Linie 105 nehmen, die aktuell in Essen kurz vor der Stadtgrenze Oberhausen endet und deren Verlängerung trotz guten Kosten-Nutzen-Verhältnis von den Oberhausener Bürgern aufgrund der möglicherweise hohen Betriebskosten abgelehnt wurde – m.E. hätte sich hier auch der deutlich größere Nutzen für die Essener Bürger ergeben, da sie Einkaufsmöglichkeiten und einen großen Bahnhof deutlich schneller als bisher erreicht hätten. Im Vergleich dazu: Der S-Bahn-Verkehr als interstädtischer Verkehr wird ja auch nicht direkt von den Kommunen finanziert (sonst würde es vermutlich an jeder Stadtgrenze zu Taktbrüchen kommen, je nach Finanzlage). Es sollte daher meiner Meinung nach geprüft werden, ob der Betrieb von interstädtische Tram-Linien nicht auch durch einen gesonderten Topf gefördert werden kann, damit dies auch für finanzschwache Kommunen attraktiv ist und das Kirchturmdenken umgangen wird. Diese Förderung könnte auch daran geknüpft werden, dass die Linien Umsteigemöglichkeiten zu anderen Verkehrsträgern bereitstellen oder auch an bestimmte Verkehrsmittel (z.B. Tram / U-Bahn). In dem Fall wäre z.B. die Einstellung der Linie 104 in Mülheim und Essen deutlich unattraktiver und ggf. würde eine absolut sinnvolle Verknüpfung dieser Linie mit Mülheim Hbf stattfinden. Dadurch hätten sowohl mehr Essener- als auch Mülheimer Bürgerinnen und Bürger direkten Anschluss an die RRX-Verkehre und den restlichen SPNV.

Elias

ID: 100 21.05.2019 22:42

Stadt- und Straßenbahn, mein Lieblingsthema. Ich bin zwar Autofahrer, bevorzuge jedoch den ÖPNV. Leider sind die Städte untereinander sehr schlecht bis gar nicht vernetzt. Nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Spurweite. Hier muss dringend nachgebessert werden, sek es durch Vereinheitlichung der Spüren und/oder Ausbau neuer Strecken.

Apropos Ausbau. Nicht jeder kann in jedem Alter Auto fahren. Altere Menschen fahren viel zu lange Auto und werden zur Gefahr auf der Straße - weil sie aufgrund schwacher Ausbauten auf das Auto angewiesen sind. Kinder müssen ebenso in der Lage sein sich in der Stadt zu bewegen um Freunde zu treffen. Ein Ausbau innerhalb unseres Ballungsgebietes Ruhrgebiet fördert alt und jung in der Mobilität und die Umwelt wird geschont. Bauen wir das Ruhrgebiet aus, wird es auch für Touristen umso attraktiver.

Noch ein Punkt ist die Förderung durch den Bund. Tunnelbau wird gefördert, nicht aber deren Instandhaltung. Das kann so nicht weiter gehen, immerhin ist die Stadtbahn heutzutage nicht mehr weg zu denken und niemand mag Busse, die dann urplötzlich ersatzweise all die Menschenmassen transportieren müssten. Busse sind anfällig für Unfälle und Verspätungen, noch dazu sind sie teurer und bieten weniger Platz. Also bitte nicht nur den Ausbau, sondern auch die Instandhaltung unterstützen.

Es muss damit aufgehört werden die Straßenbahnen in Mülheim einstampfen zu wollen. Mehr und mehr Streckenabschnitte sollen stillgelegt werden und durch Busse ersetzt werden. Es müsste genau anders herum sein: stärkerer Ausbau, um auch Randgebiete in Städten erreichbar zu machen. Somit wären die Randgebiete auch attraktiver für zuzügler die sich nun aufgrund des schwachen Angebotes in Zentrum Nähe ballen. Oder aber sie nehmen das Randgebiet und haben ein Auto. Oh du arme Umwelt.

Es wäre schön wenn die angefangenen Baustellen und Streckenabschnitte der Straßen- und Stadtbahnen vollendet würden. Wir haben seit Jahren einen fertigen Bahnhof im Untergrund der nicht genutzt wird. Zeit, endlich die Strecke nach Kray per Stadtbahn zu realisieren und den Spurbus sollte man durch eine Straßenbahn ersetzen. Wieso diesen Bus immernoch fahren lassen? Horror.

Wenn alles super vernetzt ist, wäre ich auch dafür ein Ruhrticket einzuführen. Dadurch könnte man durch das ganze Ruhrgebiet fahren und ab 19 Uhr sowie am Wochenende durch das gesamte VRR Gebiet. Das wäre genial, aber aufgrund von Geld wohl nicht realisierbar. Wobei ich immer noch ein großer Fan des Konzepts Ruhrstadt bin. Wohl einer der einzigen wie mir scheint, naja.

Das fällt mir spontan zum Abend ein. Ich hoffe, es wird sich das ein oder andere zu Herzen genommen.

Christopher

ID: 95 21.05.2019 12:52

M.M.n ein guter und wichtiger Ansatz.
Allerdings sehe ich auch einen besseren Takt als essentiell, um mehr Menschen vom ÖPNV zu überzeugen. Ich verstehe es nicht, warum in den Stoßzeiten nicht mehr Wagen eingesetzt werden. Stattdessen wird über den ganzen Tag mit der gleichen Taktung und Wagenzahl gefahren, obwohl es zu unterschiedlichen Zeiten einen großen Unterschied an Fahrgästen gibt. Das gleiche gilt übrigens auch für den Bahnverkehr.

Angelika

ID: 89 18.05.2019 19:21

sollte Priorität haben

Uwe

ID: 84 17.05.2019 20:05

Prima Ansatz, vor Allem in Kombination mit Verbesserungen im Radwegenetz. Die heute unverzichtbare Mobilität muss besser verteilt werden.

Arno

ID: 74 17.05.2019 16:42

Arno
Sehr einverstanden

Bernd

ID: 67 17.05.2019 14:11

Taktverdichtung
Das Entscheidende ist eine Taktverdichtung auf 10 Minuten, damit verpasste Anschlüsse nicht zu überlangen Wartezeiten führen. - Ein einheitliches Schienennetz ist nicht so wichtig, denn z. B. in Mülheim könnte die Straßenbahn von Essen bis Duisburg fahren - hier besteht eine einheitliche Spurbreite - die Verkehrsgesellschaften der beiden Städte verhindern das. Die Uni Essen-Duisburg setzt deswegen eigens angemietete Busse ein, damit die Studenten nicht aufwendige Wartezeiten haben.
Außerdem müsste Freizeitzentren besser angebunden werden. Hier insbesondere der Kemnader Stausee und das Einkaufszentrum Ruhrpark in Bochum. Beide sind nur sehr schlecht mit Bussen zu erreichen.
Eine Anschlussgarantie ist schnell einzuführen bei den technischen Möglichkeiten, stattdessen kommentiert die Ruhrbahn meine Anmerkung diesbezüglich - "Eine Anschlussgarantie gibt es nicht"
Auch sind Städte wie Herten oder Velbert nicht an das Schienennetz angeschlossen.
In Gelsenkirchen verhinderte die Bogestra den Ausbau eines S-Bahnhofs in Horst (Nordsternpark). Jetzt fährt die S-2 vorbei!
Gerade die S-Bahnen könnten gute P&R-Anbindungen schaffen, z.B. von der S-9, die die A42 in Bottrop und die A2 in Gladbeck kreuzt. -
Weshalb realisiert man nicht auf der Hand liegende Möglichkeiten, um dem zunehmenden Individual-Verkehr entgegen zu wirken?
Die Verstärkung des S-Bahn Linie 6 von Essen nach Düsseldorf auf den 10 Minuten-Takt könnte den 6-streifigen Ausbau der A52 ersetzen. - Statt dessen wird am Autobahnbau kräftig weiter geplant. Das Verkehrschaos in Essen ist schon vorprogrammiert.

Martin

ID: 70 17.05.2019 16:15

Betr. Stadtbahn Essen - Mülheim - Duisburg: Die Stadtbahn kann trotz gleicher Spurbreite nicht durchfahren, Gründe sind u.a. Hochflur vs. Niederflurbahnsteige und weiterhin andere technische Auslegungen der Strecken, s. dazu Wikipedia.

Ihre Erfahrung mit der Ruhrbahn kann ich so teilen, Vorschläge werden regelmäßig "abgebügelt" mit der Begründung, es wäre nicht machbar (trotz mittlerweile anderer technischen Möglichkeiten). Gefühlt sind dort noch nicht die Möglichkeiten der Digitalisierung bekannt. Dadurch werden wie schon immer statische Siloverkehre durchgeführt (keine Gewährung von Anschlüssen, weder für eigene Verkehrsmittel noch für andere Verkehrsmitteln (z.B. verspäteter SPNV)). Somit sind die Verkehrsunternehmen im Ruhrgebiet wieder ein Teil des Problems. Wenn schon eine Zusammenlegung der Verkehrsunternehmen scheitert sollte darüber nachgedacht werden, Anreize dafür zu schaffen, geteilte Abteilungen in relevanten Bereichen aufzubauen (z.B. Digitalisierung, Fahrplangestaltung, ...) damit in diesen ein Wissenstransfer zwischen den Verkehrsunternehmen stattfinden kann.

Uwe

ID: 62 17.05.2019 13:09

Ordentlich datenaufnahne und sauber dauert. Damit das nicht mit den autonomen Fahrzeugen kollidiert.
Die geldverbrennungsmaschine muss im Zaum gehalten werden.

Moderation

ID: 65 17.05.2019 13:44

Guten Tag Uwe,

vielen Dank für Ihr Interesse am Projekt MODERNE STADTBAHN RUHR. Könnten Sie bitte zum besseren Verständnis Ihres Beitrags erläutern, welche Daten künftig erfasst werden sollten und wo Ihre Bedenken im Bezug auf autonome Fahrzeuge liegen.

Vielen Dank und beste Grüße
Moderation Neue Mobilität