QUARTIERSHUB – Entlastung der Wohnquartiere von Lieferverkehren

Weniger Warnblinklichter, weniger Rückstau: Depots im Stadtteil ermöglichen, dass Pakete zentral gesammelt und mit Lastenrädern statt Lieferfahrzeugen zugestellt werden.

Bild von einem Postboten© Anirut Thailand / Shutterstock.com

Wer kennt es nicht: Der Lieferwagen eines Paketdienstes verhindert mal wieder das Vorankommen auf der Straße, blockiert den Gehweg oder parkt mitten auf dem Fahrradweg. Die Folgen des wachsenden Online-Handels sind zunehmend auch für Anwohner im Ruhrgebiet spürbar. Lokale Umschlagplätze sind die Lösung: In einzelnen Stadtteilen werden Depots eingerichtet, in denen Pakete und Waren aller Kurier-, Express-, Paket-Dienstleister zentral gesammelt und anschließend umweltschonend mit Kleinfahrzeugen, dem Lastenfahrrad oder zu Fuß verteilt werden.

Von der umweltfreundlichen letzten Meile profitieren vor allem Anwohner: Da deutlich weniger Lieferfahrzeuge innerhalb der Wohnquartiere unterwegs sind, sinkt die Verkehrs- und damit die Luft- und Lärmbelastung. Die Lebensqualität steigt.

Praktisch erprobt wird dieser Ansatz bereits in einzelnen Innenstädten im Ruhrgebiet: Der Paketdienstleister UPS zum Beispiel setzt in Herne und Dortmund Elektro-Lastenräder ein. GLS ist ebenfalls in Dortmund sowie in der Bochumer Innenstadt emissionsarm unterwegs. Durch die Einrichtung von gemeinsamen Depots kann der Einsatz von Lastenrädern für die Paketzustellung auf die gesamte Region ausgeweitet werden.

Grundvoraussetzung für solche Quartiershubs ist die Kooperation möglichst aller Kurier-, Express- und Paket-Dienstleister. Nur dann bieten sie einen wirkungsvollen Lösungsansatz für die City-Logistik. Aufgabe der Kommunen ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen.

Kommentare (5)

Martina

ID: 122 12.06.2019 17:57

Ist absolut zu begrüßen. Trägt auch zur Verkehrssicherheit bei, wenn die verkehrswidrig haltenden Lieferfahrzeuge nicht die Sichtbeziehungen zustellen.

Ralf

ID: 108 26.05.2019 23:38

Gäbe es Quartiershubs, an denen ich auch selbst meine Pakete aller Paketdienste abholen könnte, bliebe mir viel geschelle an der Tür oder die bisherigen Abholwege erspart. Ob per Email, SMS oder anders benachrichtigt, könnte ich dann "will beim Hub abholen" klicken und wenn ich sowieso fahre, das Paketabholen in meine Wege einplanen: dazu sollte der Hub (oder die für alle Paketdienste offenen Paketstation) gut erreichbar sein. Viele Lieferfahrten würden so ganz entfallen, weil ohnehin stattfindende Fahrten der Kunden diese Zustellfunktion übernehmen.

Uwe

ID: 61 17.05.2019 13:07

Datenaufnahne mit den Lieferanten vereinbaren. So das dann entschieden werden kann was geht und was nicht.
Es darf auf keinen Fall teuer werden.die freigesetzten Mitarbeiter sollten umgeschaltet werden.

Matthias

ID: 48 17.05.2019 11:33

Schafft Arbeitsplätze und senkt die Verkehrsbelastung in den Innenstädten. Gute Idee!

Hans

ID: 32 15.05.2019 16:32

Absolut sinnvoll!