RUHR-NAVIGATOR – Damit Brummis besser vorankommen

Ohne Steckenbleiben und Wendemanöver: Die Navigation liefert Routen, auf denen Lkw problemlos durch die Städte und Gemeinden fahren können.

Bild von Navigationssystem in Auto© maradon 333 / Shutterstock.com

Täglich rollen hunderte Lkw durch die Städte im Ruhrgebiet und immer wieder geraten Fahrer in Not, weil ihr Navigationssystem sie nicht richtig lotst. Einmal falsch abgebogen, stecken die tonnenschweren Fahrzeuge oftmals fest. Für die Anwohner ist das ärgerlich, weil Straßen und Zufahrten blockiert sind. Zudem sind demolierte Autos, eingefahrene Gartenzäune und beschädigte Bäume immer wieder Folgen der Rangiermanöver in schmalen Straßen. Ein eigens für LKW-Routen konzipiertes Navi könnte Abhilfe schaffen.

Zuerst entlastet das LKW-Navi die Anwohner, die nicht mehr mit Wendemanövern und blockierten Zufahrten vor der eigenen Haustüre leben müssen. Für die Speditionsunternehmen kann ein feststeckender Lkw richtig teuer werden, denn in der Branche gilt: Zeit ist Geld. Mit jeder verlorenen Minute steigt auch der Druck auf die Brummifahrer, denn sie müssen versuchen, die verlorene Zeit auf den Autobahnen wieder rauszufahren.

Aktuellen Navigationsgeräten für Lkw fehlen oft die spezifischen Informationen aus den Kommunen, Gemeinden und Quartieren des Ruhrgebiets. Deshalb ist das Ziel des Projekts die Entwicklung einer Datenbank, die speziell auf den Güter- und Schwertransport zugeschnitten ist. Lkw-Vorrangrouten, Informationen zu Brückendurchfahrtshöhen, Gewichts- und Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie ausgewiesene Umweltzonen erleichtern den Alltag der Brummifahrer und verhindern, dass Lkw in Wohngebieten steckenbleiben. Die Business Metropole Ruhr GmbH, der RVR und die IHKs haben bereits umfassende Vorarbeit geleistet, die nun in ein neues System überführt werden soll.

Im ersten Schritt muss die richtige Datengrundlage geschaffen werden. Das schon gemeinsam von den Kommunen und den IHKs der Region erarbeitete Lkw-Vorrangnetz wird in eine NRW-weite Datenplattform integriert, die anschließend den Herstellern von Navigationssystemen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Perspektivisch kann eine Integration von Werksverkehren geprüft werden.

 

Kommentare (4)

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Arno

ID: 71 17.05.2019 16:37

Arno
Sinnvoll aber aufwändig

Karl Josef

ID: 68 17.05.2019 15:49

Aufwand und Wirkung stehen meiner Meinung nach nicht im richtigen Verhältnis. Die Prioritäten würde ich anders vergeben

Volker

ID: 39 17.05.2019 08:10

Das alles setzt voraus, dass alle LKW Fahrer bzw. Speditionen ihre Navis updaten bzw. Neue anschaffen. Die "Falschfahrer" kommen aber häufig aus dem Ausland, da habe ich meine Zweifel. Für die entstehenden Kosten dieser Maßnahme könnte man besser die Beschilderung erneuern und verbessern. Auch mehrsprachig in den Brennpunkten. Ein generelles Durchfahrtverbot für LKW in Wohngebieten könnte auch wirksam helfen. Dazu eine Art Güte- oder Zulassungssiegel für die Navi-Hersteller, die dieses umsetzen, damit diese entsprechend reagieren. Es gibt auch Verbände und Vereinigungen der Speditionen bzw. Firmen, die mit intern. Speditionen zusammenarbeiten. Werden diese entsprechend über die Neuerungen informiert, spricht sich das schnell rum. Dazu kann alles in kürzester Zeit umgesetzt werden.

Hans

ID: 31 15.05.2019 16:20

Absolut sinnvoll, damit die Lkw nicht mehr in den Wohnvierteln steckenbleiben.