PARKPILOT.RUHR – Regionales Parkraummanagement

Weniger suchen und kurven: Ein regionales Parkraummanagement sorgt dafür, dass vorhandene Parkplätze optimal genutzt werden.

Bild von Parkhaus mit Autos© Hadrian / Shutterstock.com

Parkraum in den Stadtzentren ist knapp. Und die vorhandenen Parkplätze teilen sich vielerorts Anwohner und Pendler aus dem Umland. Parkende Pkw besetzen öffentliche Flächen und die vielen Autofahrer, die auf der Suche nach einem freien Parkplatz um die Blöcke kurven, belasten Anwohner und Passanten. Der Parkpilot.Ruhr soll Pkw aus dem Umland oder den Stadtteilen direkt zu freien Parkflächen lotsen – bestenfalls auf Park-and-Ride-Plätze (P+R) mit guter ÖPNV-Anbindung oder in zentrale Quartiersparkhäuser.

Für viele Autofahrer – und ganz besonders für Pendler – ist der Verlust vertrauter Parkplätze ein Dorn im Auge. Dabei soll der Parkraum nicht ersatzlos gestrichen, sondern an die Ränder der Innenstädte oder in moderne Quartiersparkhäuser verlagert werden. Der Parkpilot.Ruhr navigiert die Autofahrer direkt an die freien Plätze – die mühsame Parkplatzsuche entfällt. Somit bleiben die Anwohner vom Suchverkehr verschont und die ehemaligen Parkflächen können neu genutzt werden: beispielsweise für Stadtgrün, Außengastronomie oder breite Bürgersteige und neue Radwege.

Ein Parkraummanagement, das nicht an der Stadtgrenze endet, sondern das gesamte Ruhrgebiet organisiert, hat viele Vorteile: Städteübergreifend können P+R-Angebote mit dem ÖPNV verknüpft werden, eine einheitliche Preisgestaltung würde vermeiden, dass sich die Kommunen mit günstigen Parktarifen unterbieten. Neben dem Bau von P+R-Plätzen und Quartiersparkhäusern ist die Kennzeichnung freier Parkplätze ein guter Weg, um die Parkplatzsuche zu verkürzen. Bochum ist zum Beispiel die erste Großstadt Deutschlands, die intelligente Straßeninfrastruktur, sogenannte „Smart Poles“, testet: In bestehende Straßenlaternen werden innovative Technologien integriert, die im Zusammenspiel mit intelligenter Software freie Parkplätze erkennen.

Freie Parkplätze im gesamten Ruhrgebiet müssen systematisch erfasst werden, um Autofahrer entsprechend zu leiten. Ergänzend können ÖPNV-Angebote in die City sowie Leihradstationen integriert werden. Hier ist Kooperation zwischen den Kommunen, dem Regionalverband Ruhr und dem Land gefragt.

Kommentare (2)

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Arno

ID: 75 17.05.2019 16:57

Arno
Der Parkpilot hilft auch nur dann, wenn - gerade auch in den Nebenzentren - ausreichend Parkraum vorhanden ist.

Marc

ID: 51 17.05.2019 11:45

Dieser Vorschlag ist grundsätzlich zu begrüßen.
Ergänzend muss ich aber darauf hinweisen, dass es zur Eindämmung des Park-Suchverkehrs notwendig sein muss, existierenden Straßenparkraum für die Nahmobiltät (Fuß- und Radverkehr) umzuwidmen. Wenn dies nicht möglich erscheint, ist es zwingend, die Parkgebühren für diese Parkplätze an den Straßen deutlich teurer zu machen, als in den Parkhäusern.

Nur wenn dem Autofahrer auf der Suche nach einem Parkplatz bereits im Ansatz klar ist, dass es weniger Sinn macht, doch noch nach einem vielleicht freien (und günstigerem?) Parkplatz im Straßenraum zu suchen, kann Parksuchverkehr minimiert werden.